Gerätschaften

Wärmebildkamera

Die Feuerwehr Neusäß verfügt über eine Wärmebildkamera vom Typ T3Max der Firma Bullard, mit einer Auflösung von 160×120. Sie wird im Innenangriff mitgeführt um sich in verrauchten Räumlichkeiten besser orientieren zu können und vermisste Personen schneller zu finden. Außerdem hilft die Wärmebildkamera den Einsatzkräften dabei, versteckte Glutnester zu lokalisieren und so ein erneutes Aufflammen des Brandes zu verhindern. Über einen Transmitter in der Kamera, kann das Bild auch per Funk an ein externes Display übertragen werden, so dass der Gruppenführer/Einsatzleiter das Geschehen im inneren des Gebäudes verfolgen kann.

Feuerlöscher

Um Kleinbrände zu bekämpfen führt die Feuerwehr auf den beiden HLFs unterschiedliche Feuerlöscher mit.

 

HiPress Kleinlöschgerät

Dieses Kleinlöschgerät wird von der Feuerwehr anstelle der alten Kübelspritze, zur Bekämpfung von Kleinbränden (z.B. Papierkorb) verwendet. Es ist mit 9,3 l Wasser gefüllt, dem 0,7 l AFFF Schaummittel beigemischt ist. Als Treibmittel wird Luft aus einer kleinen Pressluftflasche verwendet. Im Einsatzfall wird die Flasche geöffnet und das Löschmittel mit bis zu 34 Bar über eine Löschpistole ausgestoßen, wobei die Wurfweite bis zu 16 m beträgt.

 

 

 

 

ABC-Pulverlöscher

Zum Löschen von kleinen Flüssigkeitsbränden werden auf den HLFs jeweils zwei 6kg Pulverlöscher mitgeführt. Aufgrund seiner antikatalytischen Wirkung unterbricht Löschpulver den Verbrennungsvorgang schlagartig.

 

CO2-Löscher

Der Vorteil eines CO2-Löschers liegt darin, das keine Rückstände des Löschmittels zurückbleiben. Er eignet sich deshalb besonders dazu Brände in elektrischen Anlagen zu bekämpfen, ohne diese noch weiter zu beschädigen.

 

Hochleistungslüfter

Bei Wohnungsbränden ist es notwendig den Rauch aus dem Gebäude zu drücken, damit die vorgehenden Trupps eine bessere Sicht haben und um die Wärme abzuführen. Zu diesem Zweck verwendet die Feuerwehr Hochleistungslüfter, die es in unterschiedlichen Größen und Bauformen gibt. Man unterscheidet zwei Arten von Lüftern: Überdrucklüfter erzeugen im inneren des Hauses einen Überdruck, so dass der Rauch durch die Abluftöffnung ins Freie entweicht. Ein Injektorlüfter erzeugt einen Luftstrom zwischen zwei Öffnungen im Gebäude und reißt den Rauch, durch den entstehenden Unterdruck an den Seiten des Luftstroms, mit nach draußen.

 

 

 

 

 

Benzinbetriebener Hochleistungslüfter

Die beiden HLFs der Feuerwehr Neusäß sind mit benzinbetriebenen Lüftern ausgestattet, die nach dem Überdruck-Prinzip arbeiten.

Sie haben eine Luftleistung von 25.100 m³/h.

 

Elektrischer Hochleistungslüfter

Auf der Drehleiter befindet sich ein elektrisch angetriebenen Lüfter, der nach dem Injektroprinzip arbeitet und eine Luftleistung von 27.000 m³/h. Mit einer speziellen Halterung kann er am Korb der Drehleiter befestigt werde.

 

Wasserbetriebener Hochleistungslüfter

Auf dem Gerätewagen Umwelt ist ein Lüfter verlastet, der über eine Wasserturbine angetrieben wird. Die Wasserversorgung erfolgt über normale Feuerwehrschläuche, die an der Pumpe des Fahrzeugs angeschlossen werden, um den nötigen Druck zu erzeugen. Dieser Lüfter bietet die Möglichkeit, einen feinen Wassernebel in den Luftstrom abzugeben, um beispielweise giftige Dämpfe niederzuschlagen. Die Luftleistung beträgt 77.500 m³/h.

Be- und Entlüftungsgerät

Das Be- und Entlüftungsgerät hat einen ex-geschützten Elektromotor und kann so im Gegensatz zu herkömmlichen Hochleistungslüftern auch zum Belüften von explosionsgefährdeten Bereichen verwendet werden, beispielsweise bei einem Gasaustritt. Anders als bei einem Überdrucklüfter kann der Rauch oder das Gas auch direkt durch den Lüfter gesaugt werden. Mit Hilfe aufsetzbarer Lutten kann auch an schwer zugänglichen Stellen belüftet werden. Dieser Lüfter hat eine Luftleistung von 10.000 m³/h.

Das Gerät wird im Gerätehaus gelagert und bei Bedarf mit der Logistik Komponente zum Einsatzort gebracht.

 

Hydraulischer Rettungssatz

Der hydraulische Rettungssatz dient zum befreien eingeschlossener oder eingeklemmter Personen aus verunfallten Fahrzeugen. Das Herzstück ist das Hydraulikaggregat, in dem eine elektrisch betriebene Pumpe das Hydrauliköl auf einen Druck von bis zu 700 Bar bringt. Mit dem Öl werden dann die Hydraulikzylinder der einzelnen Geräte betrieben. Es gibt unterschiedliche Geräte die an das Aggregat angeschlossen werden können (Siehe unten). Die Feuerwehr Neusäß besitzt zwei Rettungssätze, welche auf den beiden HLF verlastet sind

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spreizer SP49

Der Spreizer SP49 hat eine Spreizkraft von bis zu 330 kN und eine Schließkraft von bis zu 101 kN. Mit ihm können beispielsweise die Türen eine PKWs gewaltsam geöffnet werden, wenn sie sich nicht mehr von Hand öffnen lassen. Außerdem lassen sich Verformungen des Unfallfahrzeugs beseitigen. Dieses Gerät ist auf dem HLF verlastet.

 

Rettungsschere RSX 200-107

Mit der RSX 200-107, die eine maximale Schneidkraft von 107 t hat, kann die Karosserie eines PKWs geschnitten werden. So wird sie unter anderem dazu verwendet, die A-, B-, und C-Säulen zu durchschneiden um das Dach des Autos abzunehmen. Dieses Gerät ist auf dem HLF verlastet.

 

Kombigerät SPS 400

Auf dem Löschgruppenfahrzeug befindet sich ein kombiniertes Spreiz- und Schneidgerät, statt zwei getrennten Geräten. Es hat eine Spreizkraft von bis zu 726 kN und eine Schneidkraft von maximal 54 t. Obwohl es sich um ein Kombigerät handelt, erbringt es ähnliche Leistungen wie ein herkömmliches Spreiz- oder Schneidgerät.

 

Pedalschneider S50-14

Um an schwer zugänglichen Stellen zu schneiden, führt das HLF den Pedalschneider mit. Er ist relativ klein, handlich und hat darüber hinaus den Vorteil, dass er spannungsfrei schneidet. Allerdings hat er nur eine Schneidkraft von 14 t.

 

Teleskop-Rettungszylinder RZT 1170

Ein Rettungszylinder dient bei Verkehrsunfällen dazu, Verformungen der Karosserie zu beseitigen um den eingeklemmten Patienten zu befreien bzw. einen möglichst großen Zugang zu schaffen, um den Verletzten schonend zu retten. Der RZT 1170 hat zwei ausfahrbare Teleskopelemente, die voll ausgefahren eine Länge von 117 cm ergeben. Der RZT 1170 wird auf dem LF mitgeführt.

 

Rettungszylinder RZ1, RZ2, RZ3

Zum Rettungssatz des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs gehören drei herkömmliche, unterschiedlich lange Rettungszylinder . Sie erreichen voll ausgefahren Längen von 85 cm (RZ1), 129 cm (RZ2) und 164 cm (RZ3).