Einsatz – Hilfeleistungskontingent des Landkreises Augsburg in Thüringen

Neusäß, den 16. Juli 2025
Rubrik:  News

Zusammen mit vielen weiteren Feuerwehren wurde die Feuerwehr Neusäß aufgerufen, Fahrzeuge und Mannschaft im Hilfeleistungskontingent Augsburg-Land für den Thüringer Waldbrand auf der Saalfelder Höhe zu stellen. Der Einsatz war mit bis zu vier Tagen angelegt, dauerte jedoch „nur“ vom 06.07. bis zum 08.07.2025. Trotz geringer Vorlaufzeit von ungefähr 9 Stunden bis zum Abmarsch gelang es in Zusammenarbeit mit den Ortsteilen eine schlagkräftige Truppe zu stellen. Insgesamt machten sich 103 Einsatzkräfte mit 24 Fahrzeugen auf den Weg in unser benachbartes Bundesland.

 

Nach der Kolonnenfahrt bis nach Thüringen wurde kurz das Quartier bezogen. Hierbei waren die Kontingente aus Augsburg-Land und München-Land in einer Grundschule in der Nähe untergebracht. Die Turnhalle der Grundschule sowie die dazugehörigen Sanitäranlagen wurden für die kurzen Ruhezeiten unser neues Zuhause. Auf Feldbetten schliefen dort bis zu 70 Einsatzkräfte in der Turnhalle.  Die Feuerwehr Neusäß konnte im Rahmen des Hilfeleistungskontingent mit seinen vier Zügen einen Teil der Gesamtverantwortung übernehmen und stellte einen der Zugführer.

 

Direkt nach Beziehen der Unterkunft rückten bereits beide Kontingente an den Schadensort bei Gösselsdorf aus. Hier warteten die Einsatzkräfte auf ihre Aufträge und verbrachten die Nacht an unterschiedlichen kleineren Einsatzstellen mit Kontroll- und Sicherungstätigkeiten. Bei Nacht waren die Einsatzmöglichkeiten stark eingeschränkt, da Steilwände und alte Bergbau-Schächte in der Dunkelheit schwer erkennbar waren und somit die Einsatzkräfte gefährden konnte.

 

Bereits früh am nächsten Morgen rückten die Kräfte wieder auf die Saalfelder Höhe aus. Hier wurden bei Tageslicht weite Flächen auf weitere Glutnester kontrolliert. Dies geschah in Handarbeit mit Waldbrandwerkzeug und Löschrucksäcken. Die Zerstörung der Flora und Fauna im gesamten Einsatzbereich lässt sich kaum in Worte fassen und nicht wirklich bildhaft darstellen.

 

Nach zwei Tagen und Nächten waren die Kräfte sichtlich erschöpft. Zum Abschluss des Einsatzes wurde in der Unterkunft mit Pizza und Kaltgetränken die Erschöpfung ausgeglichen. Obwohl die meisten Einsatzkräfte die anstrengenden Tage bei Gesprächen aufarbeiten konnten, wurden über die Nacht hinweg zwei Fahrzeuge auf der Saalfelder Höhe gehalten, um im Falle eines größeren Ereignisses eingreifen zu können. Am folgenden Tag wurde der Heimweg angetreten. Unser Dank gilt hierbei den Kontingentführern sowie dem Kreisbrandrat für den gelungenen Einsatz.

 

Ebenfalls gilt unser Dank den vielen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, welche für diesen doch untypischen Einsatz die ehrenamtlichen Einsatzkräfte ohne Probleme vom Dienst freigestellt haben, und somit sowohl im Feuerwehralltag als auch in diesen Katastrophenlagen die Grundlage bilden. Es hat uns als Feuerwehr Neusäß gefreut, als kleinen Ausgleich für die große Hilfe, welche uns letztes Jahr bei unserer großen Hochwasserlage zugekommen ist, selber zurückgeben zu können. Wir hoffen hierbei, einen kleinen Teil Gerechtigkeit und Ausgleich geleistet zu haben.

 

Für das Stadtgebiet Neusäß nehmen wir viele Eindrücke aus diesem Einsatzgeschehen mit. Das Waldbrandkonzept der Feuerwehren der Stadt Neusäß wird aus diesen Eindrücken und Lehren weiter ausgearbeitet und präzisiert.

 

© Christian Scheer